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Trägerverein geht in bewährter Formation die großen Zukunftsthemen des Sportinternats an

Peppenhorst, Karin Reismann, Jens Bruckmann (v. links)

Erstmals im münsterischen Mühlenhof und damit an einem traditionsreichen wie atmosphärisch besonderen Treffpunkt fand die Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung des Leistungssports in Münster statt, dem Sportinternatsträger. Es gab viel zu besprechen nach zwei pandemiebedingt schwierigen Jahren. Bis 2024 in ihren Ehrenämtern bestätigt wurden die Vorstandsmitglieder, die sich eingeschworen haben auf wegweisende Schritte in die Zukunft der Einrichtung.

Die seit 2014 verantwortliche Vorsitzende Karin Reismann – Bildmitte, mit Uwe Peppenhorst (links) und Jens Bruckmann – wird nach dem Votum der Stimmberechtigten zur Wiederwahl gemeinsam mit dem bestätigten 2. Vorsitzenden Uwe Peppenhorst und dem in Abwesenheit gewählten 2. Vorsitzenden Peter Bochnia nicht allein die regulär herausfordernden Themen des Normalbetriebs steuern, sondern auch um die Perspektiven kämpfen. Denn das ambitionierte Vorhaben, den gestiegenen Anforderungen des Internatslebens in einem Neubau adäquat gerecht zu werden, harrt der Umsetzung.

Vier Jahre Arbeit hinter den Kulissen

Mehr hinter den Kulissen als in der Öffentlichkeit wird seit vier Jahren um die Realisierung des  Neubaus auf dem Gelände des ehemaligen DJK Bildungs- und Sportzentrums „Kardinal-von-Galen“ an der Grevener Straße nahe dem Coburg-Freibad gerungen. Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Die ungemein zeitintensiven Bemühungen führen die Ehrenamtlichen bisweilen an die Grenzen. Allerdings wissen sie auf lokaler Ebene eine große Unterstützerriege an ihrer Seite. Politiker, Verwaltungsfachleute, Unternehmen, Vereine und nicht zuletzt den Stadtsportbund Münster (SSB).

Uwe Peppenhorst betonte, bis Ende 2022 eine greifbare Perspektive erkennen zu müssen, „ob und wann ein Neubau realisiert werden kann. Ich hege ernsthafte Zweifel, aber wir werden Kontakte auf allen politischen Ebenen nutzen, um in der entscheidenden Angelegenheit weiter zu kommen.“  Gelingt das nicht in einem akzeptablen Zeitfenster, sei fraglich, „ob unser Verein weiterhin für eine Trägerschaft verantwortlich sein kann“ und in welcher Form das Sportinternat eine Zukunft habe. Der seit 2010 angemietete Trakt des Lettischen Centrums Münster entspreche „in keinster Weise mehr den heutigen Anforderungen“.

Investor steht parat

Peppenhorst hat durch die Grundstücks-Eigentümerin, die DJK Bildungs- und Sportstiftung um den Vorsitzenden Wolfgang Zalfen, die Verantwortlichen der Kletterbar GmbH kennengelernt. Das Offenbacher Unternehmen, mit Kletterhallen präsent in Offenbach, Kiel und Hannover, will eine Kletterhalle bauen – und zusätzlich den acht Mio. Euro teuren Internatsneubau nebenan zu stemmen helfen. Das durch das Land förderungswürdige Projekt ist nur realisierbar mit Landeszuschüssen in Höhe von 60 oder 70 Prozent der Gesamtsumme.

Obschon der Förderverein auf etlichen Ebenen vorstellig war und immer wieder seitens der Staatskanzlei neu gestellte „Hausaufgaben“ erfüllte, stand zuletzt die Aussage, dass vor 2025 oder 2026 nicht mit einer Förderung zu rechnen sei.

Planung SportCampus Münster

Unternehmen geben Zusage

Das kann Peppenhorst nicht akzeptieren. Er setzt weiter auf Unterstützung der hiesigen Politik („Hier versteht man die enorme Bedeutung des Internats für die Stadt.“) und wartet gespannt auf die Zusammensetzung der neuen Landesregierung. „Wir brauchen eine sichere Perspektive für die Jugendlichen, die auch in Zukunft auf einen Internatsbetrieb in Voll- wie Teilzeit setzen“, sagte der langjährige münsterische Sportredakteur. Er hat bereits definitive Zusagen von Unternehmen, die vier Jahre lang per anno 100.000 Euro zusammentragen, um den Betrieb zu unterstützen. Bis 2024 läuft übrigens noch der Mietvertrag im Lettischen Centrum mit einer Option auf weitere fünf Jahre.

„Die Verantwortlichen dort stehen uns immer zur Seite und machen möglich, was ihnen möglich ist“, so Peppenhorst. Das in die Jahre gekommene Gebäude aber könne den heutigen Anforderungen an einen Internatsbetrieb nicht mehr gerecht werden. Der dringend notwendige Betrieb eines Teilinternats sei schon logistisch an der Salzmannstraße nicht umsetzbar.  

Viel Stress und weniger Einnahmen

2020 und 2021 standen im Internat alle unter den pandemiebedingten Einflüssen und deren Auswirkungen. „Alle waren einem enormen Stress ausgesetzt“, sagte Karin Reismann, die dem Team um Internatsleiterin Ruth Funk höchste Anerkennung zollte, wie flexibel es den Anforderungen trotzte. Finanziell hatte die Krise auch Folgen. Es gab Unterbelegung und fehlende Einnahmen. Die finanzielle Unterstützung durch den Stadtsportbund und die Sportjugend Münster half sehr, sagte Peppenhorst, der auch zusätzliche Zuschüsse, Spenden und Sponsoring-Einnahmen genierte.  

2020 nahm der Verein 24.000 Euro mehr ein (insgesamt 502.000 Euro) als er ausgab (insgesamt 478.000 Euro). Ein Jahr später war es umgekehrt. Einnahmen in Höhe von 486.000 Euro standen Ausgaben in Höhe von 511.000 Euro gegenüber. Der Etat 2022 liegt bei 523.000 Euro. Dass der Plan aufgeht, ist gut möglich: Ab August kann es mit 26 bis 28 Athletinnen und Athleten eine Vollbelegung geben.

Tammy Eppert nimmt Auszeit

Im Betreuungsteam wird es im August eine Veränderung geben. Die seit Februar 2019 tätige stellvertretende Leiterin Tammy Eppert wird Mutter und sich ein Jahr eine berufliche Auszeit nehmen.

Dem Vorstand des Trägervereins auch künftig zur Seite stehen im Beirat die SPD-Ratsfrau Hedwig Liekefedt, Jürgen Aigner (Präsident VC Olympia Münster), Frank Dusny (strategischer Berater der Firma Brillux) und Robin Schneegaß (SSB-Geschäftsführer). Vorantreiben wird Vereinsgeschäftsführer Jens Bruckmann die vielen bereits geknüpften Kontakte zu diversen Vereinen, den Ausbau des Netzwerks sowie die nachhaltige Platzierung der Themen in der Stadtgesellschaft.

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