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Abschied aus dem Sportinternat: Nur im kleinen Kreis – aber nicht weniger emotional

Abschied aus dem Sportinternat 2020

Vorsichtsmaßnahmen sind in diesen Zeiten nach wie vor gültig – daher kam ein nur kleiner Kreis am Lettischen Centrum zusammen, um jene jungen Asse gebührend zu verabschieden, die nach ihrer Schullaufbahn das Sportinternat Münster verlassen. Auch ohne Eltern und Trainer war das Treffen nicht weniger emotional – dafür sorgte das Betreuungsteam um Internatsleiterin Ruth Funk.

Unser Bild zeigt: Lynn Kosina, Fiona Baker, Kristi Kubesova, Ruben Stolberg, Carlotta Klemm und Marianna Sharafutdinova (von links), fünf Volleyballerinnen und ein Rudersportler, verlassen das Internat nicht ohne die üblichen schwarzen Doktorhüte.

Solche Treffen sind immer der Ausdruck einer Zäsur. Drei oder gar vier Jahre lang gingen die (Ex-)Internatler an der Salzmannstraße ein und aus. Bewältigten ungezählten Stunden zwischen Sport- und Schulkarriere, zwischen all den üblichen Höhen und Tiefen – und immer mitten drin in einer sie tragenden Gemeinschaft, die das bewährte herzliche Klima für die Heranwachsenden als unabdingbar pflegt. Hier sind Freundschaften entstanden und Grundlagen gelegt worden.

Abschlussfeier 2020 im Garten

Schöne Bilder, persönliche Worte

 „Ich wünsche euch, dass ihr die Werte mitnehmt, für die wir hier einstehen“, sagte Ruth Funk. „Fragt euch selbst: Was ist mein Ziel? Sucht das Glück in euch selbst. Und werdet der Mensch, den ihr selbst in euch seht!“

In einem Video, für dessen Zusammenstellung mit Michael Eyinck der Betreuer und Scout des VC Olympia Münster verantwortlich war, wurden Episoden aus dem Sport- und Internats-Alltag aller Abgängerinnen und Abgänger gezeigt. Und zu hören waren teils sehr persönliche Worte von Betreuerinnen und Betreuern sowie Trainern. Sie drückten auch aus, dass nicht immer der Sport alleine im Mittelpunkt dieses Lebensabschnitts stand.

Beim Beisammensein draußen im Garten gab es Geschenke  – und die Beschenkten formulierten ihren ehrlichen wie herzlich Dank an jene, die sie all die Jahre über so zuverlässig begleiteten. Dem Funk-Team dankten auch Karin Reismann und Uwe Peppenhorst vom Internatsträger, dem Verein zur Förderung des Leistungssports in Münster.

Was bringt die Zukunft?

Was bringt die Zukunft also? Ruderer Ruben Stolberg hat schulischen Teil auf dem Weg zur Fachhochschulreife absolviert und wird den notwendigen praktischen Teil als einjähriges „gelenktes Praktikum in Vollzeit“ an einer Schule in Cuxhaven absolvieren. Danach möchte er an der Hochschule Stralsund den Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaftslehre aufnehmen.

Ruth Funk, Ruben Stolberg

Ruth Funk mit Ruben Stolberg

Fiona Baker geht in die USA und wird am Lutgert College of Business in Fort Myers/Florida studieren und Volleyball spielen. In der 62.000 Einwohner starken Stadt lebt ihr Großvater – komplettes Neuland betritt sie also nicht. „Ich hab' den Flug für Ende Juli gebucht und hoffe sehr, dass ich dann auch wirklich starten kann“, sagt die Boston geborene 17-Jährige.
 
Lynn Kosina zieht wieder daheim bei ihrer Mutter und ihrem Bruder ein. In Schwerte wird sie zunächst leben und bei ihrem Heimatverein VV Schwerte eine FSJ-Stelle antreten, auf der sie vor allem die Nachwuchs- und Jugendabteilung unterstützt. In der 3. Liga wird sie für den Dortmunder Club TV Hörde spielen.
 
Zumindest bei diesem Verein trifft die bisherige Kapitänin des VCO Münster wieder auf Carlotta Klemm, die ihren Plan verwarf, nach Berlin zu ziehen und dort für den VC Olympia zu spielen. Das Angebot gab es. Die noch 16 Jahre junge Volleyballerin zieht zurück nach Dortmund und strebt für 2021 die Aufnahme eines Medizinstudium an – dafür will sie am Test für Medizinische Studiengänge (TMS) teilnehmen.

Die wiederholt und langwierig von Verletzungen zurück geworfene Kristi Kubesova will dem Volleyball trotzdem treu bleiben. Und stellt sich demnächst in Hamburg und Vechta-Oythe im Probetraining vor. Mittels Praktika in verschiedenen Bereichen will sie zudem herausfinden, wohin ihre Reise geht.

Marianna Sharafutdinova bleibt Münster treu und zieht in eine WG ein. Ihre Leidenschaft für den Bereich Kunst soll sie gen Studium führen – bis dahin steht ein Ausflug ins Fach Kunstgeschichte auf dem Plan. Gut möglich, dass sie in der nächsten Spielzeit für die Zweite des USC Münster in der 3. Liga auf dem Platz steht. Kontakte diesbezüglich sind geknüpft.

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