Zwei Ruderer machen von sich reden: Yannik und Maximilian sitzen in den richtigen Booten

Sacherer (li.), Micus

Die ersten Ruderer, die – im August letzten Jahres – ins Internat gezogen sind, machen von sich reden. Dafür investieren Yannik Sacherer (links auf dem Foto oben) aus Ratzeburg und Maximilian Micus (rechts) aus Höxter, beide Jahrgang 1999, auch jede Menge. In die laufenden Saison sind die U-19-Talente des Rudervereins Münster vielversprechend gestartet. Im Zweier, im Vierer und bisweilen sogar im Achter.

Denn der Eindruck, den Riemenruderer Yannik Sacherer bei einer Regatta auf dem Fühlinger See bei Köln hinterließ, als er zusammen mit seinem Bootspartner Ole Kruse den Zweier auf Rang zehn steuerte und damit ins Blickfeld, war so gut, dass ihn der Landesverband jetzt in München als Schlagmann des Achters einsetzte. Im „Team West“ wirkten nicht alleine Athleten aus NRW-Clubs mit. In diesem Rudersportbereich gehört auch Niedersachsen zum „Einzugsgebiet“ und sorgt für größere Konkurrenz.

Mit Gefühl die Taktik bestimmen

Der Schlagmann „muss mit viel Gefühl und der richtigen Schlaglänge zu Werke gehen“, beschreibt mit Thorsten Kortmann der im RVM zuständige A-Lizenztrainer genau jene Charaktereigenschaften, „die Yannik mitbringt.“ Der Schlagmann bestimmt den Rhythmus und die Renntaktik. In Bayern belegte das Boot Rang vier in einem knappen Rennen.

Der RVM stellte nicht weniger als 50 Prozent der Besetzung. Neben Yannik und Kruse nämlich auch John Heithoff und Mika Kohout, die ebenfalls im Zweier unterwegs sind. In Köln waren die beiden RVM-Zweier bezogen auf das Bundesland so dominant, dass sie die Basis des NRW-Auswahlachters bilden. Auch für diese Athleten rückt mit diesem starken Abschneiden eine EM- und WM-Nominierung in greifbare Nähe.

Yannik Sacherer

Yannik Sacherer (Foto oben) feierte in der Vorsaison mit dem westfälischen U-17-Achter den Titel bei der Jahrgangs-DM und wurde Zweiter im Vierer ohne. Der deutsche Verband lud den Blondschopf darufhin durch Bundestrainerin Brigitte Bieling zum Sichtungslehrgang ein. Seither steht er im Fokus und „hat gerade im Winter noch einmal an Kraft und Technik zugelegt“, wie Kortmann aus dem Trainingsalltag berichtete.

Im Zweier stehen in Köln und Hamburg (Ranglistenrennen) die nächsten Prüfungen an für den 75-kg-Athleten. Danach wird ein Ranking erstellt – und an die Bestplatzierten ergeht die Einladung zur Weltmeisterschaft.

Leichtgewicht wird umgeschult

Maximilian Micus, der 1,77 m große Leichtgewichtsruderer, sitzt auf Landesverbandsebene im Vierer ohne Steuermann und im Achter. Hier sind die RVM-Asse ebenso stark vertreten und mischen sich mit Jungs aus Krefeld und Düsseldorf zur Gemeinschaft. Ihnen werden Chancen bei den deutschen Titelkämpfen eingeräumt.

Maximilian Micus

Maximilian (Foto oben) war einst daheim unter den Experten-Augen seines Opas Hermann Dücker als Solist unterwegs und musste sich umschulen lassen, bedient er doch lange zwei Skulls. Auch er profitierte ausdrücklich vom Orts- und Clubwechsel. Der RV Münster ist der Trägerverein des Landesleistungsstützpunktes und verfügt über die notwendige Infrastruktur, Ausbildung auf hohem Niveau zu garantieren.

Mit der NRW-Sportschule Pascal-Gymnasium und der Partnerschule des Leistungssports, dem Annette-Gymnasium, kooperiert der Traditionsverein. In Kortmann, dem „am Annette“ tätigen Pädagogen, steht den Athleten ein bestens vernetzter Experte zur Seite. Im deutschen Verband koordoniert Kortmann den U-23-Bereich der Leichtgewichtsriemenruderer.

Alleine 25 junge Leistungssportler tummeln sich derzeit im RVM, der seinen insgesamt 500 Mitgliedern über 60 Boote zur Verfügung stellt. Und Krafträume, Ergometer sowie die gesamte Wettkampforganisation. Im Bereich der U 19 sind mit Kortmann, Marc Rossmeier und Lennart Wahlbrink drei Trainer tätig. „Auch Yannik und Maximilian profitieren sehr davon, dass sie in einem Verein zu Hause sind und für ihn an den Start gehen“, wertet Kortmann.

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