Leichtgewichtsruderer Ruben Stolberg setzt auf eine Perspektive im Achter

Ruben Stolberg, Ruderer

U-19-Leichtgewichtsruderer Ruben Stolberg aus dem Jahrgang 2000 (Foto) saß bereits mit dem Internatskollegen Maximilian Micus in einem Boot des RV Münster. Gut möglich, dass der Schüler des Kinderhauser Geschwister-Scholl-Gymnasiums demnächst noch mehr Mitstreiter an seiner Seite hat.

Denn für den im Spätsommer 2016 nach Münster und an die Salzmannstraße gezogenen 1,80 m großen Athleten ist der Leichtgewichtsachter, den der RVM in einer Renngemeinschaft mit Junioren aus Essen bilden will, eine reale Perspektive. „Das wäre schon toll – ein Jahr in einem solchen Boot  dabei sein zu können. Das ist doch etwas anderes als alleine im Einer zu ackern“, sagt Ruben mit Blick auf die anstehende Saison.

Solist in Bremerhaven

Als Solist war er zumeist gefordert, wenn er im Dress des Bremerhavener Rudervereins unterwegs war. In den Norden zog es seine Familie, da war er drei Jahre alt. Als der zwölfjährige Ruben vor dem TV die Olympischen Spiele in London verfolgte, faszinierten ihn die Bilder von den Ruderregatten. Und weil er wiederholt zusah, wenn seine Schwester beim Roll- und Eissport-Verein Bremerhaven als Eiskunstläuferin trainierte, was sie jahrelang leistungssportmäßig tat, entdeckte er vor Ort nebenan die rudertechnische Perspektive. Und startete seine Karriere. Bereits als U-17-Athlet nahm er am Training der Erwachsenen teil. Gerade im Kraftbereich machte er schnell große Sprünge.

„Dass wir alleine für einen Weg zum Training rund eine halbe Stunde im Auto saßen, war auf Dauer kaum tragbar“, fand Ruben zwar stets die familiäre Unterstützung, aber auch die durfte nicht überstrapaziert werden. Irgendwann wurden Alternativen ausgelotet, eine davon war ein Wechsel nach Ratzeburg. Dort war jedoch gerade kein Platz frei, dafür gab es aber nach dem Kontakt in diese Ruder-Hochburg einen Draht nach Münster. „Die Trainer kennen sich ja und mir wurde geraten, es doch einmal hier zu probieren.“

Ein Sprung nach vorne

Die Probewoche war schnell vereinbart, jetzt ging alles zügig über die Bühne. Der Abschied von der alten Schule und dem Verein, der Auszug aus dem Elternhaus. „Ich habe mich wirklich schnell entschieden, hier gefiel mir alles gut.“ RVM-Cheftrainer Thorsten Kortmann schreibt nun die sportlichen Pläne für Ruben, der besonders vom Krafttraining bereits stark profitiert hat. „Für mich ist aus dem Abenteuer, meinen Lebensmittelpunkt zu ändern, inzwischen Alltag geworden.“ Ein Alltag, der mit Sinn und Zweck ausgefüllt wird. Und eine Perspektive bietet.

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