Leistungssport und soziales Engagement: Eine Debatte zum Abschluss der Projektwoche

Podiumsdiskussion im Lorenz-Süd

Während ihrer Projektwoche an der NRW-Sportschule Pascal-Gymnasium haben sich die jungen Leistungssportlerinnen und -sportler aus dem Internat außerhalb ihres eigentlichen Bereichs bewegt und für andere eingesetzt. Die beinahe grundsätzliche Frage, wie Leistungssport und soziales Engagement zusammenpassen, stand zur Debatte bei der Podiumsdiskussion zum Abschluss der ereignisreichen Tage.

Zur Rolle der sportlichen Aushängeschilder der Stadt Münster befragt wurden im Stadtteilhaus Lorenz-Süd Experten aus Sport, Politik und Institutionen, die selbst von Internatsleiterin Ruth Funk und Diplom-Psychologin Kathrin Staufenbiel einen Überblick erhielten über Inhalte und Angebote der Projektwoche.

Moderator Jochen Temme, der Vorsitzende des Stadtsportbundes Münster, lud die münsterischen Sportausschuss-Mitglieder Andreas Nicklas (CDU), Christoph Kattentidt (Bündnis 90/Die Grünen) und Philipp Hagemann (SPD) zu Statements ein, ebenso den Sportpsychologen Prof. Dr. Bernd Strauß (Spitzensportbeauftragter der Uni Münster), die Sportpsychologin Dr. Gaby Bußmann (Olympiastützpunkt Westfalen), Dietmar Wiese (Geschäftsführer SSB Münster), Ludger Tovar (Verein zur Förderung des Leistungssports in Münster), Carsten Gockel (Sportvorstand SC Preußen Münster) und Jochen Köhnke, den Dezernenten für Migration und Flüchtlingsfragen.

Podiumsdiskussion nach der Projektwoche

Der wertete nicht nur angesichts der aktuellen Debatten um Integration und Willkommenskultur, dass der Sport „ein großer Integrationsbaustein“ sei und münsterische Vereine sehr aktiv sind, um den nach Münster kommenden Flüchtlingen eine Teilhabe zu ermöglichen. „Leistungssportler stehen in der Öffentlichkeit und sind daher Vorbilder. Das können sie auch in Münster sein“, hob Köhnke das Thema auch auf eine andere Ebene.

Die frühere Leichtathletin und Olympiastarterin Bußmann hat durch den Sport „eine große Offenheit“ kennen gelernt. „Sport braucht nicht viel Sprache.“ Tovar sah im Beispiel des Bewegungsnachmittags für Kinder mit Migrationshintergrund während der Projektwoche belegt, „dass unsere Internatsschüler nicht in ihrem Sport isoliert leben.“

Gockel, der den SC Preußen seit Jahren im außersportlichen Engagement wie diversen Schulpartnerschaften platziert, warnte davor, Leistungssportler mit gesellschaftlichen Ansprüchen zu überfrachten. „In vielen Fällen wird die gesellschaftliche Stellung des Sport gerne genutzt – da sollte die Stadtgesellschaft dann auch Mittel parat stellen. Ehrenamtlichkeit alleine reicht nicht mehr aus.“

Diskussion im Lorenz-Süd

Die anwesenden Vertreter der Politik erklärten aus ihrer Sicht, stets die Abwägung treffen zu müssen, welche Gelder wofür ausgegeben werden können. Auch Wiese meinte, „dass wir gerade die Internatsbewohnerinnen und -bewohner, die ein riesiges Alltagspensum absolvieren müssen, nicht überfordern dürfen.“ Auch der SSB-Geschäftsführer wünscht dem Sport und den Vereinen eine größere Unterstützung durch die Stadt.

Wünsche an die Vorzeige-Athleten hatte Hagemann, selbst als Fußball-Schiedsrichter engagiert, dito: „Gebt das, was ihr wisst und könnt, an euer Umfeld weiter.“

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