Am Anfang steht für alle Athleten der Check: Andreas Klose und die Eingangsdiagnostik

Andreas Klose

Wünschenswert ist der für alle Seiten günstigste Fall, dass Andreas Klose (Foto oben) jede Sportlerin und jeden Sportler des Sportinternats genau einmal sieht. Nämlich ganz am Anfang jener Karrieren, die in Münster fortgeführt werden sollen in den diversen Sportdisziplinen. Der ehemalige Leistungssportler, Jahrgang 1966, ist als hoch qualifizierter Physiotherapeut eben nicht für physiotherapeutische Behandlungen zuständig, sondern als Sport- und Bewegungstherapeut für eine Eingangsdiagnostik.

„Wir ermitteln hier den Status quo“, erklärte Andreas Klose uns bei einem Besuch bei „Physiofit“ in der Hütte von Westfalia Kinderhaus, wie das Vereinshaus auch im Neubau nach dem Umzug an die Große Wiese genannt wird. Am Bernd-Feldhaus-Platz 1 hat das von Manuela Girardi geleitete Zentrum für Fitness und Bewegungstherapie seine Räumlichkeiten. Und hierher eilen gemäß der seit zwei Jahren gelebten Kooperation zwischen den beteiligten Seiten die neuen Internatlerinnen und Internatler.

Stärken und Schwächen werden analysiert

Da jeder Mensch „seine ganz eigene Anatomie hat“ (Klose), nimmt sich der Experte viel Zeit bei dieser Diagnostik, die am Ende „Stärken und Schwächen“ benennen kann. Ausgeklügelt ist diese Art von 60-Minuten-Untersuchung, die vorgegebene Läufe ebenso beinhaltet wie den Check durchs Diagnosegerät. Das verarbeitet Daten, die während der Belastung ein den Athleten umgelegter Gürtel sendet – 400 Messungen pro Sekunde sind mit dieser Technik möglich.

Nachdem alles aufgezeichnet ist, muss das Resultat besprochen werden. „Wir haben dann den Körperstatus und können den Sportlerinnen und Sportlern exakt mitteilen, wo es Probleme gibt“, gehört die Erläuterung zur Datenanalyse im Beisein von Eltern und/oder Betreuern ebenso zum Klose-Job. „Wir machen den Sportler sozusagen zu einem gläsernen Menschen in diesem Bereich. Damit er weiß, wo er steht und was er beachten muss.“

Zumal Klose selbst aus dem Leistungssport kommt und vor allem als Hochspringer bis zum 21. Lebensjahr sehr erfolgreich war mit einer Bestmarke von 2,18 m und einer B-Kadernominierung, zumal er Sport- und Biologie studierte und als Dozent am Institut für Sportwissenschaft der WWU Münster arbeitet, ist er nahe bei den jungen Assen und ihrem Lieblingsthema. „Ich habe damals selbst rund 35 Stunden pro Woche trainiert und am eigenen Leib erfahren, was dann mit einem passiert.“ Noch immer ist Klose, der drahtige 1,93 m lange Mann, aktiv, auch wenn er sich damals für ein Studium entschied und dem großen Sport den Rücken kehrte. Er bescherte 2015 seinem Club Westfalia Kinderhaus eine Deutsche Meisterschaft in der M-45-Altersklasse. Im Hochsprung packte er 1,80 m.

Gesundheit gehört die größtmögliche Beachtung

Die Gesundheit als höchstes Gut gehe immer vor. Ihr größtmögliche Beachtung zu schenken, sei unabdingbar für die Heranwachsenden. Klose: „Ich werfe bei der Diagnostik auch mal die Frage auf, ob Leistungssport an sich gesund ist. Und ich sage ja, wenn das Verhältnis im Aufwand stimmt. Leistungssport ist vertretbar, wenn sich der Athlet auf ein eingespieltes Team verlassen kann.“

Die Abstimmung aller Beteiligten müsse zwingend funktionieren – gerade die Internatler tummeln sich in einem regelrechten Zuständigkeitsgeflecht von Eltern, Betreuern, Lehrern sowie Trainern, Vereinsärzten und Vereinsphysiotherapeuten. „Hier müssen alle Zahnräder ineinandergreifen“, wünscht sich Klose zum Wohle der jungen Asse. Denen gibt er im Bedarfsfall auch Empfehlungen, aber „die Zuständigkeiten für mögliche Behandlungen etwa nach Verletzungen liegen nicht bei mir.“

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